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Der Leerraum zwischen Wörtern ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine mittelalterliche Erfindung. Paul Saenger zeichnet nach, wie irische und angelsächsische Mönche im siebten Jahrhundert begannen, Punkte und später Abstände zwischen lateinische Wörter zu setzen, weil ihr Ohr die fremde Sprache nicht segmentieren konnte. Die berühmte Ambrosius-Szene aus Augustinus' Bekenntnissen, angeblich erster Beleg stillen Lesens, wurde 1968 von Bernard Knox widerlegt: Stilles Lesen reicht bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus zurück.
Das wirst du lernen:
- Warum scriptio continua die Lesegeschwindigkeit halbierte
- Wie das antike Interpunktionssystem Atempausen statt Bedeutung markierte
- Weshalb die innere Stimme beim Lesen kein Fehler ist
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